Werder

 Radio Bremen Podcast: Grün-Weiße-Liebe (auf der RB-Webseite). Und dazu einige tolle „Fussball-Songs“ (bei pCloud)

 Unter Timelines finden Sie das, was Werder Bremen in die Welt hinaus twittert!

 Tabelle 2. Liga


Anmerkungen und Kommentare:

Klar, lebenslang Grün-Weiss … als ehem. Bremer ist das eine Selbstverständlichkeit. Darum freue ich mich, dass Olaf Rathje, Moderator bei Bremen4, einen Podcast eingerichtet hat, der unter dem Titel „Grün-Weisse Liebe“ meinen Verein mit viel Insiderwissen und viel Spaß an der Freude darstellt. Es geht mal rauf und mal runter, aber die tollen Erinnerungen bleiben.

Es ist passiert, Werder ist in der 2. Bundesliga dabei und startet am 23. Juli in die Saison 21/22. Ich persönlich freue mich auf die 2. Liga. Es wird eine Art „Jungbrunnen“ oder Grundsanierung für Werder. Zwar fehlen möglicherweise TV-Einnahmen, aber bei den Konkurrenten in der 2. Liga wird das Weserstadion immer voll sein. Man denke nur an die begeisterten und begeisternden Fans aus Hamburg, Hannover, Gelsenkirchen, Düsseldorf, Dresden und Nürnberg. Ich denke auch die Spieler werden den Verzicht auf einen Teil ihres Salärs verschmerzen können.

Der Sender ARD One will ab der nächsten Saison eine Sportschau mit der 2. Bundesliga ausstrahlen. Die 2. Liga spielt freitags 18:30, sonnabends 13:00, sonntags 13:30 und montags 20:30.


Der SPIEGEL kommentiert:

Grün ist die Farbe der Trauer

Nach Schalke muss auch Bremen die Bundesliga verlassen. Selbstverschuldet, Ergebnis eines jahrelangen Niedergangs. Aber: 40 Jahre lang hat Werder die Bundesliga-Welt ein kleines bisschen besser gemacht.

Als Werder Bremen 1981 nach einem Jahr in der 2. Liga wieder in die Bundesliga zurückkehrte, hieß der damals erste Gegner der Elf von Otto Rehhagel Borussia Mönchengladbach. Das Spiel endete 2:4 am Bökelberg, ein überragender Sieg für Werder, an der Seitenlinie verfolgte der 20-jährige Jungspund Thomas Schaaf auf der Ersatzbank die triumphale Wiedergeburt der Bremer in der Fußball-Bundesliga. Weser-Renaissance.

40 Jahre später musste Schaaf mitansehen, wie seine Bremer gegen Borussia Mönchengladbach ihr vorerst letztes Bundesligaspiel machten. Ausgang 2:4. Manchmal hat der Fußball auch seine Momente der grausamen Ironie.

In den 40 Jahren zwischen diesen zwei Gladbach-Spielen hat Werder Bremen die Bundesliga geprägt, der Klub hat sie sogar mal dominiert, er hat den Fans unvergessene Fußballabende beschert, er hat Typen ohne Ende hervorgebracht, große Namen haben im Weserstadion gespielt, es wurden Meisterschaften gefeiert, Europapokalsiege.

Fehler an Fehler gereiht

Man kann sich nicht vorstellen, dass dieser Klub der Bundesliga in der nächsten Spielzeit nicht mehr angehört. Es ist aber so.

Es soll in diesem Augenblick nicht darum gehen, kühl festzustellen, wie es mit Werder nach und nach abwärts ging, wie Fehleinkäufe, Missmanagement, Selbstzufriedenheit, falsche Kaderplanung den Verein in sportliche und finanzielle Schieflagen gebracht haben, wie teilweise dramatische Fehlentscheidungen der Führung den Abstieg letztlich unausweichlich gemacht haben. Irgendwann wäre es sowieso passiert, jetzt ist es passiert. Dazu ist schon viel geschrieben worden, dazu wird noch in den nächsten Tagen und Wochen ganz viel analysiert. Man darf auch mal einfach nur traurig sein.

Mit Schalke 04 und Werder Bremen steigen zwei Herzensvereine aus der Bundesliga ab. Vereine, die unauflöslich mit ihren Städten verbunden sind, Teil der regionalen Identität. Schalke ist Gelsenkirchen. Werder ist Bremen. Ja, natürlich, sie haben es verdient, abzusteigen, beide, so wie sie sich in den vergangenen Jahren präsentiert haben, Fehler an Fehler gereiht haben, sie haben ganz großen Mist gebaut. Aber das macht es nur noch trauriger.

Kugelblitz, Ostfriesen-Alemão

Werder Bremen, Kutzops Elfmeter, Otto, der Erste, begleitet von der Begeisterung von ZDF-Fanboy Rolf Töpperwien, Manni Burgsmüller und Uwe Reinders, die Schlitzohren, die 40-jährigen Klaus Fichtel und Mirko Votava, die Torjäger Rudi Völler, Miroslav Klose, Bernd Hobsch und Karlheinz Riedle, Max Kruse, der Lässige, Johan Micoud, oh ja, vor allem er, der sanfte Zauberer, die Papierkugel im Volkspark, Dieter Eilts, der Ostfriesen-Alemão, was für ein Spitzname. Mesut Özil und Per Mertesacker, die Weltmeister, nicht zu vergessen, wenn man über Weltmeister redet: Günther Hermann. Tim Wiese in Rosa, Willi Lemke gegen Uli Hoeneß, Ailton, der Kugelblitz, Mario Basler, ach ja, Rune Bratseth, nie mehr gab es eine solche Nummer vier in diesem Trikot. Man könnte das ganze Internet mit dieser Aufzählung füllen. Gefühlt jeder zweite Profi von einst mittlerweile mit dem Etikett Klublegende herumlaufend. Wynton Rufer. WYNTON RUFER.

Werder Bremen ist der Klub, der auch daran erinnert, wie die Bundesliga mal war: Titelkämpfe bis aufs Messer, Rivalität, Abwechslung im Meisterkampf, Mannschaften, die die Meisterschaft noch am letzten Spieltag aus der Hand geben mussten, die mithalten konnten mit den großen Bayern bis zuletzt. Mit dem Titelduell von 1986 hätte man in China vermutlich wirklich die Millionen begeistern können, so wie es die Marketingexperten der DFL heute erträumen.

Fußballerisches Werftensterben

All das ist Vergangenheit, vorbei, grün-weiße Romantik, fußballerisches Werftensterben, eine Romantik, die Mitschuld am Niedergang hat, weil man immer und immer wieder bei der Vereinsführung auf Werder-Genetik gesetzt hat. Werder ist so am Boden, sportlich, ökonomisch, mental. Hinab befördert zudem in eine 2. Liga, die eine Schlangengrube für Werder sein kann. Vollgelaufen mit Vereinen, die Tradition mit sich herumschleppen und auch deswegen alle so schnell wie möglich nach oben wollen. Schalke, der HSV, Hannover, Nürnberg, Düsseldorf, der KSC, Dresden, Sankt Pauli. Vielleicht kommt Köln noch dazu. Dass es in der kommenden Saison zu vielen Nordderbys kommen wird, ist ein ganz schwacher Trost, aber es ist zumindest einer.

Angesichts dieser Konkurrenz, angesichts der ganzen maroden Situation wäre es ein kleines Wunder, wenn Werder sofort wieder aufsteigt. Aber Werder Bremen war zuständig für die berühmten Wunder an der Weser. Ein Klub, der seinen Fans Wunder beschert. Das ist doch wunderbar.

Die Bundesliga braucht Wunder. 

(Quelle: Spiegel online/Peter Ahrens)


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 Ein Lied für die Westkurve (Stenkelfeld)


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