Das Superwahljahr 2021

Oh, ja, wir dürfen mal wieder wählen und das ist gut so! Aber haben wir eine Wahl? Um das herauszufinden zum jetzigen Zeitpunkt, schaue ich mir das Angebot mal genauer an. Dabei orientiere ich mich an meiner eigenen Einstellung zum gesellschaftlichen und politischen Leben in diesem Land. Diese Einstellung möchte ich auf dem Spielfeld mal links von der Mittellinie verorten. Oberstes Gebot ist, wenn es allen gut geht, dann darf es auch Millionäre in einem demokratischen Land geben.

Bei der CDU ist nach 16 Merkeljahren die Luft raus. Die Partei verliert sich im Klein-Klein, Mitreißendes und Fortschrittliches ist da nicht zu erwarten. Der Maskenskandal und die Merz-Anbiederungen sind nur ein Symptom des Niedergangs. Rettung nur durch die CSU möglich? Vielleicht, wenn Herr Söder noch ein paar Bäume umarmt.

Die SPD, wo ist die denn geblieben? Die älteste Partei Deutschland hat ihre Wählerschaft verloren und schrumpft mit „Wummms“. Wie heißen die Vorsitzenden nochmal?

Die FDP ist Lindner und Lindner ist FDP und die möchte gern irgendwo und irgendwie an die Futtertröge. Auch nichts Neues!

Die Grünen sind die echten Konservativen und zugleich neigen sie zu Bevormundung. Law and Oder? Der wahre Erfolg der Grünen ist, dass grünes Gedankengut bei allen anderen angekommen ist. Mittlerweile sind sie in der östlichen Vorstadt (Bremen) etabliert.

Die LINKE ist immer noch da, wo sie herkommt. Warum gibt eigentlich keine soziale und demokratische Linke in Deutschland, die auch mal laut wird? Weil die SPD immer noch in der Denkweise der Kleingartenrepublik BRD zu Hause ist? Oder die Linke immer noch den Stallgeruch der SED vor sich herschiebt?

Die Alternative für Deutschland war mal eine echte Alternative für Deutschland, bis sie von den Ultrarechten und anderes Verschwörungsfans gekapert wurde. Trotzdem sollten alle anderen Parteien sie nicht stereotyp als Nazis über einen Kamm scheren, denn das Wählerpotenzial ist groß, sehr groß sogar. Die anderen sollten mal hinhören.

Andere Parteien lohnt es sich nicht zu erwähnen.

Mein Eindruck ist, alle Parteien machen sich klein und ducken sich weg. Die Probleme, die angegangen werden müssten, sind zu groß für Provinzpolitiker: Klimawandel und die Folgen, Schuldenberg durch Corona, Bildungsmisere, fehlende oder sanierungsbedürfige Infrastruktur, Vetternwirtschaft und nicht zuletzt Lobbyismus auf allen Ebenen nebst Korruption. Ein echter Staatsmann oder eine echte Staatsfrau, wie wir sie vor langer Zeit mit Konrad Adenauer, Willi Brandt, Helmut Kohl oder Gerhard Schröder hatten, ist nicht in Sicht. Eher schon Nüssleins und Löbels.

Ich werde zur Wahl gehen bzw. Briefwahl beantragen. Aber ich habe wenig Hoffnung, dass sich irgendetwas ändert oder verbessert.


Teilen:

Schreibe einen Kommentar