Presse: Die „Umsonstkultur“ steckt noch in uns

 Der Presse, also den klassischen Papiermedien, geht es schlecht. Eine ganze Reihe von Zeitung und Zeitschriften ist verschwunden oder in anderen Unternehmen aufgegangen. Ganze Redaktionen werden eingedampft, zusammengelegt oder gleich ganz aufgelöst. Zahlreiche Abonnements werden bei den Kunden einfach als zu teuer empfunden. Eine Folge ist die Auflagen gehen zurück. Der Hauptgrund für den schleichenden Tod der Presselandschaft ist das mittlerweile allgegenwärtige Internet und eine „Kostenlos-Kultur“, die noch aus den Anfangstagen des Internets resultiert.

Natürlich sind die größeren Printmedien auch im Internet vertreten und sie kämpfen darum für ihre Leistungen auch bezahlt zu werden. Das passiert in aller Regel mit „Plus“-Leistungen, also bestimmte Artikel, die nur nach Bezahlung sichtbar bzw. lesbar werden. Für meinen Geschmack nimmt diese Versiegelung hinter einem „Plus“-Zeichen aber überhand. Das mag die leicht egoistische Sicht eines Lesers des bekannten Wochenmagazins aus Hamburg sein, der früher bereits am Montag schon mehr wusste als andere. Früher, ja früher, war das neuste Heft am Montag das Highlight des Tages. Später, auch als Internet noch in den Kinderschuhen steckte, war die Webseite DIE Anlaufstelle, wenn es um die wirklich wichtigen Nachrichten und Hintergründe ging. Das ist auch heute noch so. Heute aber werde ich bei mehr als jedem zweiten Artikel ausgebremst oder zur Kasse gebeten. Ich weiß, die Presse kämpft an vielen Fronten. Aber hier ist bei mir die Linie, die ich kaum überschreiten werden. Für etwas, was ich woanders umsonst bekomme, werde ich kein Geld ausgeben, geschweige denn ein Abonnement abschließen. 

Man könnte sagen, dass ich ein klassischer Vertreter der frühzeitlichen Internet-Umsonst-Kultur bin. Das war bei den Spielen in den 80ern, bei MP3 mit Napster, Kazaa usw. und auch bei Videos so. YouTube hat daran nichts geändert und auch nicht irgendwelche Streamingdienste.

Ich möchte nicht ausschließen, dass ich irgendwann mal für einzelne Artikel zahle. Bei Amazon Prime ist mir das ja auch passiert, wobei Prime nicht vorrangig war für diesen Entschluss, sondern die gesparten Versandkosten. Aber, dass DER SPIEGEL oder die FAZ sich irgendwie zu einem Versandunternehmen entwickeln, möchte ich bezweifeln.

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