Was ist los mit Telegram?

Telegram ist an sich ein ganz normaler Messenger, der flexibler ist als Whatsapp. Wenn da sich nicht die vielen Aluhüte, Verschwörungs-Jünger und Covidioten tummeln würden ….

Was ist Telegram eigentlich genau?

Weltweit nutzen laut eigenen Angaben 400 Millionen User Telegram. In Deutschland sind es rund 8 Millionen – WhatsApp zählt zum Vergleich knapp 60 Millionen deutsche Nutzer. In erster Linie handelt es sich bei Telegram um einen Messenger, vergleichbar mit WhatsApp. Nutzer können dort in Einzel- oder Gruppenchats Nachrichten, Videos und Bilder austauschen. Anders als bei WhatsApp, wo Gruppen auf 256 Teilnehmer begrenzt sind, können Telegram-Gruppen mit bis zu 200.000 Teilnehmern erstellt werden. Zusätzlich kann man bei Telegram auch einen Kanal erstellen, dem unbegrenzt viele Nutzer folgen können. Auf diesem kann allerdings nur der Inhaber des Kanals Inhalte posten. Die End-zu-End-Verschlüsselung muss bei Telegram in einem privaten Chat extra angewählt werden. Sie ist nicht standardmäßig. Bei Telegram sieht man nicht, ob Nachrichten gelöscht wurden und der Chatpartner sieht auch die eigene Telefonnummer nicht, falls er sie nicht bereits vorher hatte.

Facebook, Twitter und YouTube gehen aktiv gegen Falschmeldungen vor. Jeder kann Beiträge melden, die anschließend geprüft und in der Folge oft gelöscht werden. Zusätzliche Funktionen wie z.B. dem Verweis auf richtigstellende Quellen bei Fake News, sollen Nutzer helfen, im Informationswirrwarr rund um das Coronavirus nicht auf Verschwörungserzählungen hereinzufallen. Die meisten Telegramer nutzen die größeren Reichweiten bei den großen sozialen Netzwerken allerdings gezielt aus, um Menschen auf Telegram zu locken – oft um dort unzensierte Ansichten dargeboten zu bekommen.

Telegram selbst verfolgt keine Gewinnabsichten, ist kostenlos, werbefrei und gibt nach eigenen Angaben auch keinerlei personenbezogene Daten an Dritte (wie z.B. Werbebetreiber) weiter. Als privater Messenger fällt Telegram also bei dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) aus dem Raster. Durch die Kanal-Funktion, die Telegram aber auch zum öffentlichen sozialen Netzwerk macht, ist der Status von Telegram fraglich. Hinzu kommt, dass Telegram als Betreiber nicht so transparent agiert wie Facebook und Co. Die russischen Brüder Pavel und Nikolai Durov haben die App 2013 in St. Petersburg gegründet. Die Zentrale zog in den vergangenen Jahren auch mehrmals um und ist heute in Dubai ansässig.

Fazit: Telegram ist eine wunderbare Alternative zu Whatsapp (weil nicht direkt an eine Telefonnummer gebunden), aber mit Vorsicht zu genießen. Private Chats (auch Video) sind möglich und sicher. Private Gruppen ebenfalls. Bei den Kanälen haben es die seriösen Quellen wie SPIEGEL, Heise, TAZ, die auf Telegram vertreten sind, schwer sich neben den vielen „Verschwörungs-Kanälen“ Gehör zu verschaffen. Zum Glück kann man die Kanäle der Aluhüte auch schnell verschwinden lassen. Mit der Corona-Pandemie geht das leider nicht so problemlos.

Whatsapp & Telegram – Gruppen

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