Die Natur braucht uns nicht!

„Die Natur braucht uns (Menschen) nicht!“ – Das war vor einigen Jahren der Kernsatz eines Fernsehspots, in dem es um Umweltschutz ging. In der Kürze liegt die Würze, denn mit diesem Satz ist alles gesagt.

In unseren Tagen spricht alles vom Klimaschutz. Die Jungen gehen dafür auf die Strasse, zum einen weil es sie besonders betrifft, und zum anderen, weil sie sonst nicht gehört werden. Und es versteht sich von selbst, dass jeder Mensch seine Welt so behalten will, wie er oder sie es gewohnt ist. Sommer soll Sommer bleiben, nicht zu heiss, nicht zu windig, und Winter soll Winter bleiben, natürlich nicht zu kalt, um Heizkosten zu sparen. Mai und Oktober sollten verlängert werden, November und Januar könnten eigentlich auch ausfallen.

Wir sprechen vom Klimaschutz, aber das Klima muss nicht geschützt werden. Wir meinen eigentlich, dass wir uns – also unsere Spezies auf diesem Planeten – schützen müssen. Die Natur bzw. die Erde muss nicht von uns geschützt werden. Sie weiss sich im Zweifel selbst zu helfen und hat das wohl auch in den vielen Milliarden Jahren, die sie schon existiert, ein paar Male gemacht. Mal heiss wie ein Backofen, mal tiefgefroren und alle diese Phasen dauerten dann auch gleich wieder Millionen von Jahren. Die etwa 40.000 Jahre, die wir als Homo Sapiens auf dieser Erde spazieren, sind da nicht mal ein Wimpernschlag. Wir haben noch nicht mal eine wirkliche Eiszeit erlebt wie die Neanderthaler.

Die Erde mit ihrer langjährigen Erfahrung ist sich manchmal nicht sicher, waren diese lustigen Zweibeiner ohne ein richtiges Fell eigentlich vor den Dinosauriern da oder danach. Da war doch mal dieser riesige Klumpen, der nicht an der Erde vorbeifliegen wollte. Nach einiger Zeit intensiven Nachdenkens kommt die Erde zu dem Schluss, die schwer atmenden Zweibeiner sind ja immer noch da, also mussten wohl die Dinos dran glauben …

Ich bin mir sicher unsere Erde wird es noch lange geben, zumindest so lange bis es sich unsere über alles geliebte Große Vorsitzende, die Sonne, anders überlegt und krachend und dampfend explodiert. Die Natur bzw. die Erde denkt in anderen Zeiträumen. Zeiträume, die wir mit unseren kleinen grauen Zellen nicht erfassen können. Stellen Sie sich mal die Ewigkeit vor! Nein, das können Sie nicht. Aber in dieser Ewigkeit ist das Mittelmeer bereits 14 Mal komplett zur Salzwüste ausgetrocknet. Der Mensch, wenn er dann schon da gewesen wäre, hätte zu Fuß nach Grönland laufen können, denn dort waren Wälder und saftige Weiden. Die Alpen brachen erst sehr viel später durch die Erdkruste. 

Mit anderen Worten, Klimaschutz ist Selbstschutz für den Menschen, denn für uns Säugetriere kann die Luft knapp werden und das Wasser bis in Höhenlagen steigen. Das Nahrungsangebot kann knapp werden und der Mensch dezimiert sich selbst in Verteilungskämpfen, oder Seuchen tun ihr Werk. Die Natur wird das alles nicht bemerken. Auch wenn sie eine Eiskugel wäre, würde sie wissen, dass es auch wieder anders kommt. Das dauert dann aber eine Ewigkeit. Vielleicht existiert dann bald eine Spezies, die nicht auf exakt 27 % Sauerstoffgehalt in der Atemluft angewiesen ist und denken kann. Es wäre schon ein sagenhafter Witz der Natur oder hier des Universums, wenn sie dieses Experiment auf einem anderen Himmelskörper noch einmal gewagt hätte – gestern, heute, morgen oder vielleicht auch erst übermorgen.

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